Eigenkapital in Vereinen

Wer mit Buchhaltung zu tun hat, hat schon einmal etwas von Eigenkaptial gehört. Wenn du in die Buchhaltung schaust, taucht das Eigenkapital auf der Passivseite der Bilanz auf. Doch auf einem Konto auf der Bank sucht man das Eigenkapital vergeblich. Was hat es damit auf sich?

In der Bilanz gibt es Aktiven und Passiven. Die Aktiven sind das „Vermögen“ oder genauer: wie das Geld verwendet wurde. Die Passiven zeigen woher das Geld kommt. Machen wir ein Beispiel:

 

Was ist da passiert? Wir sind zur Bank und haben einen Kredit über 100.- besorgt. Dieses Geld haben wir gleich abgehoben und in die Kasse gelegt. Deshalb sind jetzt 100.- in der Kasse und wir schulden der Bank den gleichen Betrag.
In den Passiven steht, woher das Geld kommt, die Herkunft des Geldes. In diesem Fall ein Bankkredit. In den Aktiven steht, wofür das Geld verwendet wurde. Hier haben wir es in die Kasse gelegt. Was das mit dem Eigenkapital zu tun hat, zeigen wir gleich.

Als nächstes kaufen wir mit dem Geld aus der Kasse einige Flaschen Limonade. Diese kostet 30.- Die Bilanz sieht dann so aus:

 

Die 30 haben wir aus der Kasse genommen, nachher verbleiben dort noch 70. Stattdessen nehmen wir die Limonade im Wert von 30 in die Bilanz auf. So steht bei den Aktiven und den Passiven der gleiche Wert. Dies ist wichtig, dann in der Bilanz müssen beide Seiten ausgeglichen sein.

Dann folgen einige sonnige Tage, die Nachfrage nach Limonade steigt und wir können die Limonade mit Gewinn weiterverkaufen. Ein durstiger Käufer gibt uns dafür  50. Dies ändert unsere Bilanz:

 

Die Limonade ist verkauft, deshalb ist sie aus der Bilanz verschwunden. Der Erlös von 50 aus dem Verkauf haben wir in die Kasse gelegt. Dort sind die 70 die schon drin waren und zusätzlich die 50 aus dem Verkauf. Der Bankkredit ist immer noch bei 100. Wie bereits erwähnt, muss der Buchhalter seine Bilanz regelmässig ausgleichen, so auf beiden Seiten der gleiche Wert steht. Was macht er also mit dem Gewinn, der durch den Verkauf entstanden ist?
Man könnte den Gewinn verschenken um die Bilanz wieder auszugleichen. Aber das will man nicht und dann hätte jemand anderes das Problem mit dem Gewinn. Also haben die Buchhalter das Eigenkapital erfunden. So können sie beide Seiten der Bilanz ausgleichen ohne Geld zu verschenken.

Das Eigenkaptial ist also die Differenz zwischen den Aktiven und den Passiven. Das Eigenkapital wird immer auf der Passivseite der Bilanz geführt.

Hinterlasse einen Kommentar