Dürfen Passivmitglieder an der Generalversammlung abstimmen?

Hat ein Passivmitglied ein Stimmrecht an der GV, zum Beispiel bei einer Statutenänderung oder bei Wahlen in den Vorstand?

Grundstätzlich haben alle Mitglieder ein Stimmrecht, die Statuten können aber vorsehen, dass Passivmitglieder kein Stimmrecht an der Vereinsversamlung / Generalversammlung haben. Wenn die Stauten nicht klar sagen, dass die Passivmitglieder kein Stimmrecht haben, dann haben die Passivmitglieder ein Stimmrecht.

10 Gedanken zu „Dürfen Passivmitglieder an der Generalversammlung abstimmen?“

  1. Wenn in den Statuten nichts genaues steht, sind dann alle, die einen Vereinsbeitrag zahlen automatisch Mitglied und stimmberechtigt? nei minderjährigen sind automatisch die Inhaber der elterlichen Sorge stimmberechtigt?

    Antworten
    • Guten Tag Daniela

      Vielen Dank für deine Frage. Wenn in den Statuten nichts dazu steht, sind alle Mitglieder automatisch stimmberechtigt. Bei Minderjährigen ist es etwas schwieriger, bei jüngeren Kindern dürfen wohl die Eltern das Kind vertreten. Bei Teenagern dürften diese eher selbst abstimmen dürfen. Das einfachste ist auf jeden Fall, dies in den Statuten klar zu regeln.

      Viele Grüsse
      Webling

      Antworten
  2. Wir hatten bei der letzten Wahl folgende Diskussion:
    Es wurde über mehrere Traktanden abgestimmt, an dieser Abstimmung beteiligten sich jeweils alle Teilnehmer, inkl. Vorstand. Das Ergebnis war jeweils: alle Teilnehmer stimmten mit „ja“, deshalb hiess es: „einstimmig angenommen“.
    Dann folgte das Traktandum „Wahlen“. Die jeweils zu wählende Person stimmte nicht mit ab. Als Aktuarin vermerkte ich „24 Stimmen „ja“, 1 Enthaltung“. Mehrere Teilnehmer, darunter auch Vorstandsmitglieder meinten, ich müsse „einstimmig gewählt“ schreiben. Mir ist das aber nicht logisch, da sich jeder theoretisch auch selbst wählen könnte. Welches ist die richtige Vorgehensweise?

    Antworten
    • Guten Tag Susanne

      Vielen Dank für deine Frage. Technisch korrekt ist 24 Ja, 1 Enthaltung. Man könnte schreiben, 24 Ja, Enthaltung des Kandidaten. Damit ist klar, dass es keine Opposition gegen die Wahl gegeben hat. Eine andere Formulierung wäre, „Ohne Gegenstimme gewählt“. Schlussendlich ist es eher ein Detail, im Protokoll würde ich eher die technisch korrekte Formulierung verwenden, auch wenn es für den Kandidaten nicht ganz so perfekt aussieht, aber liest schon das Protokoll 😉

      Viele Grüsse
      Webling

      Antworten
  3. Ist es auch möglich die Statuten so zu formulieren, dass nur der Vorstand abstimmen kann? Das würde bedeuten dass nur der Vorstand entscheiden kann und weder die Mitglieder noch die Passivmitglieder.

    Antworten
    • Guten Tag Max

      Vielen Dank für deine Frage. Wenn nur der Vorstand abstimmen soll, dann muss man die anderen Mitglieder eigentlich gar nicht in den Verein aufnehmen. Man könnte die Mitglieder auch als Sympathisanten führen.

      Viele Grüsse
      Webling

      Antworten
  4. Hallo,

    Sind bei einer Generalversammlung, wenn nichts anderes beschlossen ist, nur die anwesenden Mitglieder stimmberechtigt? Oder ist es möglich, Bild und Ton in alle Welt zu übertragen und alle Mitglieder abstimmen zu lassen? Wie sieht es hier mit dem Recht am eigenen Bild aus?

    Antworten
    • Guten Tag Stefan

      Vielen Dank für deine Frage. Wir sind keine Spezialisten für deutsches Vereinsrecht. In der Schweiz ist es so, dass nur die anwesenden Mitglieder stimmberechtigt sind.
      Das Recht am eigenen Bild betrifft die Veröffentlichung von Bildern, in diesem Fall könnte man z.B. einen Zugangscode erstellen, der nur an Vereinsmitglieder verteilt wird.

      Viele Grüsse
      Webling

      Antworten
  5. In unserem Turnverein sind die Aktiv- und Ehrenmitglieder stimm- und wahlberechtigt, nicht aber die Passivmitglieder. An der GV werden jeweils für 10 Jahre Mitgliedschaft Blumen und ab 40 Jahren Mitgliedschaft Früchtekörbe verschenkt. Der Vorstand ist der Meinung, dass dies nur für Aktivmitglieder gilt, da es eine freiwillige Geste und nicht in den Statuten verankert ist. Ein Aktivmitglied hat für 7 Jahre( krankheits-und berufshalber) zu den Passivmitgliedern gewechselt und ist dann wieder den Aktiven beigetreten. Nun hat sich dieses Mitglied beschwert, weil wir die Passivjahre nicht angerechnet haben und die Ehrung dieses Mitglieds verschoben haben, bis wieder 10 Aktivmitgliedsjahre erfolgt sind. Anzumerken ist auch, dass Aktivmitglieder einen 6x höheren Beitrag als die Passivmitglieder bezahlen. Auf welcher Seite liegt das Recht und müsste dieses Problem in den Statuten erwähnt werden.

    Antworten
    • Guten Tag Rosemarie

      Vielen Dank für die ausführliche Frage. Da die Ehrungen nicht in den Statuten verankert sind, gibt es keine verbindlichen Regeln. Ich würde schauen wie dies bisher gehandhabt wurde und es weiterhin so machen oder einen expliziten Vorstandsbeschluss diesbezüglich machen. Vermutlich ist das Thema nicht wichtig genug um in den Statuten geregelt zu werden.

      Viele Grüsse
      Webling

      Antworten

Schreibe einen Kommentar