Muss der Verein jedes Jahr eine GV abhalten?

Man fragt uns immer wieder, ob ein Verein jedes Jahr eine Generalversammlung (GV) durchführen muss. Kaum ein Vorstand liebt Generalversammlungen, das Einpacken und Versenden der Einladungen, Organisieren des Lokals, die kritischen Fragen der Mitglieder, die sich das ganze Jahr nicht beteiligt haben usw. Man kann sich schöneres vorstellen.

Die meisten Vereine führen trotzdem jedes Jahr eine GV durch, die Mitglieder wählen den Vorstand neu, nehmen den Jahresbericht und die Jahresrechnung ab, aktzeptieren das Budget, stimmen Statutenänderungen zu (oder nicht) und bewilligen Geld für die Erweiterung des Clubhauses usw.

Dies ist gut, denn der Vorstand muss vor jeder Generalversammlung die Jahresrechnung fertigstellen, Rechenschaft ablegen und die Mitglieder haben die Gelegenheit Anträge zu stellen und die Vereinsführung zu beeinflussen.
Diese Kontrolle und Disziplin sind gut für den Vorstand, auch wenn der Vorstand dies nicht immer so wahrnimmt. Man will lieber ungestört seine Arbeit machen.

Man könnte in den Statuten bestimmen, dass nur alle 2 oder 3 Jahre eine Generalversammlung stattfindet, der Vorstand eine entsprechend lange Amtszeit hat usw. Aber 3 Jahre sind eine lange Zeit und es ist besser, wenn der Vorstand jedes Jahr Rechenschaft ablegen muss.

4 Gedanken zu “Muss der Verein jedes Jahr eine GV abhalten?”

  1. In vielen kulturellen Vereinen des PR findet bei einer nicht beschlussfähigen GV folgener Usus Anwendung: die GV wird abgebrochen und nach 15 oder 30 minütiger Unterbrechung findet eine neue, auf jeden Fall beschlussfähige GV, mit den Agenden der abgebrochenen GV statt.
    Kann diese Regelung Teil der Statuten werden?

    • Guten Tag

      Vielen Dank für die Frage. Für mich tönt dieses Vorgehen sehr speziell, eher unsauber. Ich würde zwei Alternativen vorschlagen:

      a) Hebt die Kriterien für die Beschlussfähigkeit auf, dann muss man das Theater mit der Wartezeit nicht spielen und kann die Versammlung gleich durchführen
      b) Ist eine GV nicht beschlussfähig, wird ein neues Datum bestimmt, eine neue Einladung versandt und die Versammmlung an dem Datum durchgeführt. An dieser zweiten Versammlung sollte es dann keine Kriterien für die Beschlussfähigkeit mehr geben. Dies würde man so in die Statuten schreiben.

      Viel Erfolg
      Webling

  2. Bei vielen Vereinen ist die Vereinsversammlung ein eher unbeliebtes Thema. Termin finden, Ort finden und dann sollte auch noch jemand teilnehmen.
    Ist es zulässig, die Vereinsversammlung in einer Onlinekonferenz abzuhalten? Oder muss diese zwingend unter Anwesenden stattfinden?

    • Hallo Marc

      Vielen Dank für deine Frage. In der Tat ist die Vereinsversammlung häufig kein Anlass, für den man gerne einen Abend freimacht. Dem kann man entgegenwirken, indem die einzelnen Geschäfte schnell und unkompliziert abhakt. Eine Onlinekonferenz dürfte die Präsenz wohl nicht allzu stark erhöhen, da die eigentliche Veranstaltung nicht spannender wird. Meines wissens, kann man die Vereinsversammlung als Onlinekonferenz abhalten, wenn dies in den Statuten vorgesehen ist.

      Viele Grüsse
      Webling

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