Wie buche ich Einnahmen?

Einahmen sind recht einfach zu buchen. In der doppelten Buchhaltung werden Einnahmen so gebucht, dass ein Ertragskonto (Geld kommt rein) und ein Aktivkonto (Wo liegt das Geld) steigt.

Ein langjähriges Mitglied übergibt dem Kassier an der Generalversammlung eine Spende von 50.-. Der Kassier verbucht den Betrag unter Spenden (Ertragskonto) und Kasse (Aktivkonto) und legt das Geld in die Vereinskasse.

Kasse (Aktivkonto) Spenden (Ertragskonto)
+ 50 + 50

Überweist das Mitglied den Betrag direkt auf das Bankkonto, verbucht der Kassier den Betrag unter Spenden (Ertragskonto) und Bankkonto (Aktivkonto).

Bankkonto (Aktivkonto) Spenden (Ertragskonto)
+ 50 + 50

Nimmt der Verein eine Spende als Bargeld ein, wird der Betrag in die Kasse gebucht. Kommt das Geld auf das Bankkonto, wird der Betrag auf das Bankkonto gebucht. In beiden Fällen ist es eine Spende, daher geht der Betrag auf das Konto Spenden (Ertragskonto).

Bezahlt das Mitglied seinen Jahresbeitrag per Banküberweisung, wird folgendes gebucht:

Bankkonto (Aktivkonto) Mitgliederbeiträge (Ertragskonto)
+ 50 + 50

So bucht man Einnahmen. Eigentlich ganz einfach. Die Buchhalter pflegen die Schreibweise mit Soll und Haben, diese Schreibweise wirst du hin und wieder antreffen. Hier ist nochmals das gleiche mit Soll und Haben. Das erste Konto ist jeweils das Soll, das zweite Konto das Haben:

Soll: Bankkonto (Aktivkonto) Haben: Mitgliederbeiträge (Ertragskonto)
+ 50 + 50

Eine Hilfe zu SOLL und HABEN gibt es in unserem Artikel „SOLL und HABEN – Wie merk ich mir das?„.

2 Gedanken zu “Wie buche ich Einnahmen?

  1. Die aufgezeigte Spenden-Verbuchungs-Methode mag „buchhalterisch“ richtig sein, doch gefällt diese mir gar nicht. Eine Schenkung ist gemäss OR ist an keine Gegenleistung gebunden und somit in einer Vereinsbuchhaltung frei verfügbar.
    Eine Spende kommt meist mit einer Zweckbindung daher. Zum Beispiel: Spende für Projekt Nr. 1. Was dann? Diese Spende müsste doch in einem Fremdkapital-Konto gegen verbucht sein. z.B. Kasse / FK-Spende-Projekt Nr.1.
    Denn dieses zweckgebundene Kapital gehört dem Spender und dies solange bis es für die Projektkosten-Deckung gebraucht wird. Die Rest-Summe gehört wiederum dem Spender und muss diesem wieder zurück vergütet werden. Eine freizügige Interpretation darüber, wie der Restbetrag verwendet werden soll, ist nach meiner Sicht illoyal, betrügerisch und bei klugem Verstand zu vermeiden.
    Bei meiner Methode wird die Spende nicht bilanzwirksam. Denn wenn zweck-
    gebundene Gelder am Ende über die Gewinnverbuchung im Eigenkapital „landen“, nenne ich sowas einen ernsthaften Betrug. Spenden sind nicht dafür da, dass man diese beliebig zur Vergrößerung des Eigenkapital verwendet. Die zweckgebundene Spende gehört im Projekt verbraucht und der Rest geht wieder an den Spender zurück. Gewinne müssen ab einer bestimmten Grösse versteuert werden. Der Spender wird bestimmt keine Interesse daran haben, wenn ein gemeinnütziger Verein seine Spenden am Ende noch versteuern muss. Oder das Steueramt wegen des illegal angehäuften EK nun auch auf dieses Steuern erheben will.
    Ein Verein, welcher keine Wertschöpfung betreibt, kann am Ende des Jahres eigentlich nur eine Null im Ergebnis haben. Ebenso ist ein kleiner Verlust dann auch ein Beweis für eine korrekte Buchführung und keineswegs ein Indiz für eine erfolg-
    loses Vereinsjahr.
    Oder habe ich vielleicht bei meinen Ausführungen an etwas Wichtiges nicht gedacht?

    • Guten Tag Martin

      Vielen Dank für deine ausführliche Darstellung. Dieser Artikel beschreibt eigentlich wie man Einnahmen bucht und zwar für buchhalterische Laien, der Zweck des Artikels ist nicht, alle möglichen Arten von Spendenverbuchung darzustellen.

      Der hier beschriebene Sachverhalt ist recht speziell und kommt sicher vor. Häufig sind jedoch allgemeine Spenden an den Verein (z.B. Aufrunden beim Mitgliederbeitrag), die nicht zweckgebunden sind und vom Verein für beliebige Ausgaben verwendet werden können. Was daran betrügerisch sein sollte, kann ich mir nicht erklären, es entspricht dem Willen aller Beteiligten. Mir scheint die Darstellung zwar für einige Nischensachverhalte theoretisch plausibel, mit dem was man in der Praxis sieht, hat dies jedoch wenig zu tun.

      Viele Grüsse
      Webling

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