Home » Wenn der digitale Shitstorm einschlägt

Wenn der digitale Shitstorm einschlägt

von Stefan Del Fabro
0 Kommentieren

Dein Verein ist auf Social Media unterwegs und du freust dich über wertige Inhalte. Entweder machst du Posts auf Facebook (Meta) oder Storys auf Instagram und twitterst auch mal eine Vereins-Meinung in die Welt. Oder jemand anders im Verein ist zuständig. Doch dann plötzlich…
Wenn der digitale Shitstorm einschlägt und wie du oder dein Verein damit umgehen können – davon handelt dieser Text. 

Vorsicht mit Ironie

Deine Follower und Abonnenten sind entzückt – bis du eines Tages ein falsches Wort wählst oder jemandem ein richtiges in den falschen Hals gerät. Der virtuelle Tsunami rollt an, während du noch ganz gelassen deinen Content scannst. Es ist so schnell passiert, wie diese zwei zufällig ausgewählten Beispiele zeigen: 

Lachen im falschen Moment

Die deutsche TV-Journalistin Nicole Diekmann schrieb auf ihrem privaten Twitter-Account «Nazis raus» und reagierte mit Ironie auf Rückfragen. 

Dem Schweizer Influencer Zeki wurde fast ein Lachen zum Verhängnis. Ihm wurde ein Video gezeigt, wo jemand an einem Bahnhof verprügelt wird. Zeki lacht. Dummerweise filmte ihn jemand, wie er lachend das Prügel-Video schaut. Und stellte dieses Video wiederum Online. Warum Zeki lachte, wurde aus dem Clip nicht ersichtlich, aber der Schaden war angerichtet.

Good News: Das Unwetter geht vorbei. Auch in der digitalen Welt.

«Es ist wichtig, dass wir uns auch in der Onlinesphäre an die Spielregeln der Offline-Welt halten», wird Anja Lapcevic im Tages-Anzeiger (Artikel hinter Paywall) zitiert. Sie ist Mitgründerin des Vereins «Conscious Influence Hub» und befasst sich professionell mit Empathie im Netz.

Und was kannst du tun?

Lapcevic und ihr Verein kamen Zeki zur Hilfe und die TV-Frau Diekmann schrieb sich mit dem Buch «Die Shitstorm-Republik» ihren Frust von der Seele. Die wenigsten von uns aber schreiben nach einem Shitstorm ein Buch oder werden von Profis unterstützt. 

Lass dich nicht unterkriegen

Aber die meisten von uns sind digital unterwegs. Also sind die meisten von uns potentielle Shitstorm-Opfer. Es kann also auch dich und deinen Verein treffen. Was kannst du tun, wenn das Donnerwetter losbricht? Wir haben dir wichtige Tipps zusammengestellt: 

Sei schnell
Zögere nicht und reagiere so bald wie möglich. Das Netz ist ungeduldig, denn je länger du zuwartest, umso eher befeuerst du mögliche Gerüchte oder Hypothesen. 
Wenn es zu regnen beginnt, wartest Du auch nicht, bist Du klitschnass bist. 

 

Sei authentisch
Wo hat der Aufschrei aufgeschlagen? Bei Twitter, auf Linkedin oder Facebook respektive Meta? Reagiere auf derselben Plattform und reagiere vernünftig. 

Sei ehrlich
Liegt der Fehler eventuell sogar bei dir? Niemandem fällt ein Zacken aus der Krone, wenn er/sie sich entschuldigt. Und das beste Sorry kommt sowieso immer ohne Rechtfertigung aus. 

Sei fair
Natürlich juckt es in den Fingern, richtig zu stellen oder in den wütenden Gegenangriffs-Modus zu gehen. Tue es nicht, denn du löst vermutlich nur die nächste Welle aus. Es gibt aber eine rote Linie: Inhalte, die gegen das Gesetz verstossen (Rassismus, Gewaltandrohung, Sexismus, o.ä.), solltest du löschen oder zumindest klar stellen – und bei besonders krassen Haltungen zur Anzeige bringen. 

Sei offen
Ein Shitstorm überfordert. Darum hilft es, sich externe Beratung zu holen. Mit dem Blick von Aussen lernst du verstehen, warum das digitale Donnerwetter überhaupt ausgebrochen ist.
Vielleicht hat es in deinem Verein jemanden mit juristischer Expertise oder Erfahrung in der Krisen-Kommunikation? Fragen kostet nichts. 

Sei analytisch
Du weisst: Jeder Lawinen-Niedergang und jeder Vulkan-Ausbruch endet. So ist es auch mit dem digitalen Shitstorm. In ganz ausgeprägten Fällen kann es schon mal zwei Wochen dauern.
Dauert der Angriff länger, hilft eine Analyse. Vielleicht stösst du auf tiefer liegende Gründe, warum dein Verein derart ins Visier geraten ist.

Fun-Facts zum Begriff „Shitstorm“
  • Für unsere Deutsch gewohnten Ohren ist der Begriff überraschend neu. 2011 wurde „Shitstorm“ zum Anglizismus des Jahres gewählt. 
  • In Englisch kursiert der Ausdruck seit den 1940er Jahren.  Zunächst tauchte das Wort in der Literatur auf und wurde später den im Zweiten Weltkrieg kämpfenden US-Soldaten zugeordnet. 
  • Die Charts: Wer einen Shitstorm auslöst polarisiert und es gibt eine ulkige Liste der Best-of

Teile deine Erfahrung mit uns

Wenn der digitale Shitstorm einschlägt und was du und dein Verein daraus lernen können: Wichtig ist es, die richtigen Schlüsse zu ziehen. Eine hat oft mit deiner Wahl des Output-Ortes zu tun. Vielleicht ist es besser, sich neue Kanäle für die Kommunikation zu suchen?

Wurde auch dein Verein von einem Shitstorm getroffen oder hast du Tipps für den Umgang? Wenn der digitale Shitstorm zuschlägt soll nicht das Ende aller Tage sein. Wir freuen uns auf deinen Kommentar. 

Kommentar schreiben

Nächster Artikel lesen

Vereinsverwaltung.ch NewsletterAlles rund um Vereinsführung und Verein

Jeder neue Artikel für Vereinsvorstände direkt per E-Mail. 2-3 E-Mails pro Woche.